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Depression

Related expressions: Melancholie, Bedrückt sein, depressive Stimmung, depressive Episode, affektive Störung, Anpassungsstörung, Stimmungswechsel

Depressionen sind eine psychische Störung, die sich auf das Denken, Fühlen und Handeln auswirkt. Neben zentralen Symptomen wie Antriebslosigkeit, Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit können sich vielfältige körperliche Beschwerden einstellen.

Allgemeines
Was sind Depressionen?

Depressionen sind eine psychische Erkrankung, die das Denken, Fühlen und Handeln beeinflusst. Betroffene erleben eine gedrückte Stimmung, fühlen sich traurig, antriebs- und hoffnungslos. Selbst Dinge, die ihnen normalerweise Freude bereiten, können ihre Stimmung nicht mehr heben. Zu den Auswirkungen auf die Gefühlswelt kommen körperliche Symptome wie Druck auf der Brust oder Schwindel. Menschen, die an Depressionen leiden, fühlen sich häufig schuldig und wollen niemandem zur Last fallen. In schweren Fällen können sich Gedanken an den Tod oder an Suizid einstellen.

Die vielfältigen Symptome können sich über das persönliche Befinden hinaus auch auf das Sozial- und Berufsleben auswirken. Betroffenen fällt es oft schwer, Kontakte zu halten oder ihren beruflichen Verpflichtungen nachzukommen.

Halten solche Phasen nur kurz an, kann es sich um eine depressive Verstimmung handeln. Da sich aus solchen Verstimmungen Depressionen entwickeln können, sollten sie beobachtet und behandelt werden. Grundsätzlich ist es wichtig zu verstehen, dass Depressionen ein Krankheitsbild darstellen und sich damit von menschlich normalen Reaktionen auf traurige Ereignisse unterscheiden. Als Faustregel gilt: Treten mehrere der typischen Symptome zugleich und länger als zwei Wochen auf, kann es sich um eine Depression handeln.

 

Welche Formen von Depressionen gibt es?
 
Unipolare Depression

Die unipolare Depression ist die häufigste Erkrankungsform. Sie kann einmalig auftreten oder wiederkehrend, als sogenannte rezidivierende Depression. Je nach Art und Stärke der Symptome wird zwischen leichter, mittlerer oder schwerer Depression unterschieden.
 

Chronisch depressive Verstimmung (Dysthymie)

Betroffene leiden an den typischen Symptomen einer Depression, allerdings in einer schwächeren Form. Die Beschwerden treten jedoch über einen langen Zeitraum auf, was zu starken Belastungen führt. Ab einer Symptomdauer von zwei Jahren spricht man von chronisch depressiven Verstimmungen.
 

Saisonal bedingte Depression

Hierbei reagieren Menschen auf den Lichtmangel der Herbst- und Wintermonate. Die saisonal bedingte Depression tritt daher in der dunklen Jahreszeit auf und verschwindet im Frühling häufig wieder.
 

Postpartale Störung, postpartale Depression (PPD) oder Wochenbettdepression

In der Zeit nach der Geburt erleben manche Mütter – und auch Väter – eine Phase der Labilität. Sie verlieren schneller als üblich die Fassung, sind gedrückter Stimmung und fühlen sich hoffnungslos. Klingt diese Phase nicht schnell ab, kann sich daraus eine ernsthafte psychische Erkrankung entwickeln: eine postpartale Störung (postpartale Depression), die alltagssprachlich auch Wochenbettdepression genannt wird. Die depressive Phase kann bis zu zwölf Monate anhalten und vielfältige Folgen für Kind und Eltern haben. Sie reichen von einer gestörten Beziehung zwischen Mutter und Kind über Partnerschaftskonflikte bis hin zu weitreichenden Folgen, die durch das Handeln der Betroffenen ausgelöst werden können.
 

Burn-out-Syndrom (sich ausgebrannt fühlen)

Es trifft oft Menschen, die sich über Jahre beruflich stark engagiert haben. Insbesondere wenn sie sich um andere kümmern – etwa in sozialen Berufen. Langanhaltender Stress führt bei Betroffenen zu einer dauerhaften Erschöpfung und Überforderung. Die Symptome entwickeln sich meist schleichend und über einen längeren Zeitraum hinweg. Wenn Erkrankte sie schließlich wahrnehmen, fühlen sie sich buchstäblich wie ausgebrannt.

Eine eindeutige Definition des Burn-out-Syndroms existiert nicht. Mit seinen Beschwerden wie Antriebslosigkeit, Müdigkeit und dem Gefühl der Leere ist es mit der Depression verwandt. Eine klare Abgrenzung ist oft nicht möglich. Burn-out tritt nicht immer nur im beruflichen Kontext auf. Auch andere stark beanspruchende Situationen, etwa in der Familie, können dazu führen.
 

Bipolare Störung

Hier lesen Sie mehr zur Bipolaren Störung.

Hier kommen Sie zu der Karte mit den Trägerstandorten.

Symptome

Die Symptome von Depressionen sind vielfältig. Depressive Menschen leiden vor allem unter einer anhaltenden Niedergeschlagenheit und Erschöpfung. Sie fühlen sich innerlich leer und haben oft den Eindruck, die eigenen Gefühle nicht richtig wahrnehmen zu können – positive ebenso wie negative. Sie verlieren das Interesse an Dingen, die für sie eigentlich große Bedeutung haben, beispielsweise Beruf, Hobby oder Sport. Gleichzeitig nehmen sie eine übermäßige Antriebslosigkeit wahr. Es fällt ihnen schwer, morgens aus dem Bett zu kommen und den Tag zu bestreiten.

Auch auf gedanklicher Ebene ist eine Depression zu spüren: Viele Betroffene verfangen sich in einer Spirale aus negativen Gedanken, grübeln viel, blicken pessimistisch in die Zukunft und stellen sich Sinnfragen. Dadurch entsteht oft eine starke innere Unruhe. Auf körperlicher Ebene kann eine Depression sich unter anderem durch Druck auf der Brust, Schwindel, Appetitlosigkeit, Rückenschmerzen, Verdauungsproblemen oder Schlafstörungen ausdrücken.

Als Folge ziehen sich Betroffene häufig aus ihrem sozialen Umfeld zurück, verlieren Interesse am Kontakt mit Familie und dem Freundeskreis. Dies tun sie auch, weil sie niemanden belasten wollen und sich für ihre Erkrankung schämen oder schuldig fühlen. Bei schweren Depressionen denken Menschen auch oft an den Tod und an Suizid.

 

Woran erkenne ich, ob ich an Depressionen leide?
  • Ich fühle mich anhaltend müde und erschöpft und sehe mich nicht imstande, meine täglichen Aufgaben zu bewältigen.
  • Mich zu konzentrieren oder ganz banale Entscheidungen zu treffen, fällt mir schwer.
  • Dinge und Aktivitäten, die mir früher Freude bereitet haben, können mich nicht mehr begeistern, sie interessieren mich nicht mehr.
  • Mein Appetit hat sich verändert, ich verliere oder gewinne an Gewicht, ohne dass ich absichtlich meine Ernährung verändert habe.
  • Mein emotionales Erleben ist wie „versteinert“, ich habe den Eindruck, weder positive noch negative Gefühle wirklich wahrnehmen zu können.
  • Mein Selbstwertgefühl ist niedrig, ich fühle mich wertlos und generell schuldig.
  • Ich denke häufig an den Tod oder an Suizid.
  • Mehrere der oben beschriebenen Wahrnehmungen halten länger als zwei Wochen an.

 

Hier kommen Sie zum Selbsttest Depression.

Hier kommen Sie zu einem digitalen Angebot, das Informationen und Hilfe bei Suizidgedanken geben kann.

Hier finden Sie ein Video der WHO zum Thema Depression; das Video ist in englicher Sprache verfasst (inkl. deutschem Unterton).

Bild
Depr-Hund
Quelle: I had a black dog, his name was depression, WHO, Matthew Johnstone

 

 

 

 

 

 

 

 

Diagnostik
Wie erkennt eine Ärztin oder ein Arzt, ob ich an Depressionen leide?

Wichtig für die erste Diagnose ist ein ausführliches Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt. Für die Betroffenen ist es in ihrer Lage oft schwer, ihren eigenen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Hier helfen die gezielten ärztlichen Fragen, um bestehende Anzeichen einer Depression zu erkennen und richtig zu bewerten.

Neben den psychischen Beschwerden, zu denen Antriebslosigkeit, Mutlosigkeit oder das Gefühl innerer Leere zählen, führt eine Depression auch zu körperlichen Beschwerden. Im Gespräch können Ärztinnen oder Ärzte solche Symptome wie Atemnot oder Herzrhythmusstörungen richtig deuten und abklären, ob eventuell andere medizinische Probleme vorliegen. Beispielsweise können Tumorerkrankungen oder eine Schilddrüsenüberfunktion oder -unterfunktion zu Symptomen führen, deren Auswirkungen auf die Psyche einer Depression ähneln.

Treatment options

Behandlungsformen

Ambulant, stationär, zu Hause, per Video oder eine Mischung daraus: Es gibt verschiedene Formen der psychiatrischensowie psychosomatischen Behandlung. Alle gängigen Behandlungsformen werden hier erläutert.

Therapieformen

Für die Behandlung psychischer oder psychosomatischer Erkrankungen gibt es viele verschiedene Therapieformen. Die häufigsten werden hier erläutert.

Medikamentöse Therapie

In psychiatrischen Behandlungen werden Medikamente eingesetzt. Die sogenannten Psychopharmaka wirken auf den Stoffwechsel im Gehirn und damit auf die Psyche ein. Richtig dosiert und in Kombination mit anderen Therapiemaßnahmen, können sie psychisch Erkrankte gut unterstützen. Je nach Krankheitsbild helfen verschiedene Arten von Psychopharmaka, die hier erläutert werden.

Psychoedukation

Wissen und Verständnis sind zentral, um eine psychische Erkrankung zu akzeptieren und zu bewältigen. Mittels Psychoedukation werden Betroffene und Angehörige aufgeklärt und geschult.

Frequently asked questions
Can I visit? What can I bring to the clinic? Can I return home in between sessions? Therapy first-timers may have a lot of questions. Here we provide a couple of answers.

Ist der erste Schritt in die Arztpraxis oder die Klinik getan und wurde eine Therapie entwickelt, ist es besonders wichtig, die vereinbarte Behandlung nicht zu unterbrechen. Oft steht dabei eine Kombination aus Medikamenten und Psychotherapie im Zentrum, deren Erfolg von einer regelmäßigen Einnahme beziehungsweise Teilnahme abhängt.

Betroffene können darüber hinaus auch durch ihr eigenes Engagement zum Behandlungserfolg beitragen, indem sie sich beispielsweise einen festen Tagesablauf verordnen und diesen strikt einhalten. Anstatt das Leben passiv zu erdulden und sich negativen Gedanken zu ergeben, kann eine Art Stundenplan helfen, der die Zeiten für Aufstehen, Arbeiten, Essen, Haushalt, Bewegung und Schlaf genau regelt. Wichtig dabei ist, dass es die Betroffenen bei ihren Aktivitäten nicht übertreiben sollten: Wer krank ist, sollte sich schonen. Zu den regelmäßigen Aktivitäten gehört auch, soziale Kontakte wahrzunehmen und zu pflegen. Das kann der Austausch mit Familien und Freunden sein, aber auch die Teilnahme an Selbsthilfegruppen.

Der erste und wichtigste Schritt sowohl für Betroffene als auch für Angehörige ist, die Depressionen als solche zu erkennen und als Erkrankung zu akzeptieren. Angehörige sollten Geduld, Empathie und Anteilnahme zeigen, doch auch konkrete Hilfestellungen sind wichtig. Menschen, die unter Depressionen leiden, suchen oft die Schuld bei sich selbst oder glauben, dass ihnen ohnehin nicht zu helfen ist. Wenn nötig, sollten Angehörige deshalb die Initiative ergreifen und sich um Arztbesuche kümmern. Wichtig zu wissen ist, dass es professionelle Hilfe gibt und man mit dem Problem nicht alleine umgehen muss.

Zugleich sollten engagierte Angehörige aber auch auf ihre eigene Gesundheit achten und sich bei ihrer Unterstützung für die Betroffenen nicht selbst überfordern. Auch für sie kann professionelle Hilfe sinnvoll sein. Curamenta hat zudem einige Empfehlungen für Angehörige von Menschen mit psychischer Erkrankung zusammengetragen. 

Auch der Austausch von Angehörigen untereinander in unserem Forum kann unterstützend sein.

Depressionen gehören zu den Erkrankungen, die sich im Allgemeinen gut behandeln lassen. Dafür stehen mehrere Behandlungswege zur Verfügung. Dazu zählen Psychotherapie, Medikamente und anderen Methoden wie beispielsweise Bewegungstherapie, Ergotherapie oder künstlerische Therapien.

Oft wird eine Kombination aus Psychotherapie und Medikamenten eingesetzt, die zu guten Erfolgen führt. Die Medikamente werden auch Antidepressiva genannt. Sie helfen den Betroffenen, sich aus ihrer Niedergeschlagenheit und Mutlosigkeit zu befreien. Das Ziel der Behandlung ist, Erkrankte dazu zu befähigen, wieder am Alltags- und Berufsleben teilnehmen zu können und einen Rückfall langfristig zu vermeiden.

Medikamentös werden Depressionen mit den sogenannten Antidepressiva behandelt, die akute Beschwerden lindern und einen späteren Rückfall verhindern. Da verschiedene Mittel unterschiedlich wirken, kann es sein, dass zu Beginn der Behandlung eine Reihe von Medikamenten ausprobiert werden muss.

Wichtig ist: Diese Medikamente machen nicht abhängig, es besteht keine Gefahr, süchtig zu werden. Sie können vereinzelt Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Kopfschmerz oder Kreislaufprobleme hervorrufen, viele Menschen stellen aber überhaupt keine Nebenwirkungen fest. Die Antidepressiva müssen regelmäßig eingenommen werden, damit sich die gewünschte Wirkung einstellt. Die Dosis darf nicht eigenmächtig verändert werden, sondern nur in Absprache mit Ärztin oder Arzt.

Depressionen können aus vielerlei Gründen entstehen. Dazu zählen dauerhafte Belastungen im Alltagsleben ebenso wie besondere einmalig stark belastende Situationen – beispielsweise eine Trennung, der Tod eines geliebten Menschen oder auch der Verlust des Arbeitsplatzes. Daneben zählen Schlafstörungen, Einsamkeit oder Lichtmangel zu den möglichen auslösenden Faktoren.

Zu den Ursachen können aber auch biologische Faktoren gehören, beispielsweise Veränderungen des Stoffwechsels im Gehirn. Diese Veränderungen können durch körperliche Erkrankungen entstehen, aber auch genetische Ursachen haben. Sie sind jedoch auf Stress und Belastungen im Alltag zurückzuführen. Ein weiterer Risikofaktor für Depressionen besteht in traumatischen Erlebnissen, die Menschen in der Vergangenheit, beispielsweise in der Kindheit erlitten haben.

Als depressive Episode beschreibt man den Zeitraum, in dem die typischen Symptome der Depression vorherrschen. Dies kann ein paar Wochen bis hin zu mehreren Monaten dauern. Manche Betroffenen erleben nur eine depressive Episode in ihrem Leben. Bei anderen können mehrere Episoden auftauchen. In dem Fall handelt es sich um eine rezidivierende (= wiederkehrende) depressive Episode.

Um einen ersten Überblick zu gewinnen, ob Sie möglicherweise an Depressionen leiden, bietet Curamenta Ihnen einen Depressions-Test. Er liefert jedoch keine Diagnose. Diese kann nur durch ärztliche Abklärung erfolgen. Bitte zögern Sie nicht, bei Unsicherheit einen Termin bei einer Ärztin oder einem Arzt abzumachen.